Literaturliste zu „12 Halbwahrheiten über IT-Projekte“

Prolog

Heinz von Foerster: Wahrheit ist die Erfindung eines Lügners: Gespräche für Skeptiker (Systemische Horizonte).

Heinz von Foerster: Der Anfang von Himmel und Erde hat keinen Namen. Eine Selbsterschaffung in 7 Tagen. 

1. Projektmanagement-Standards unterstützen die Projektarbeit

Dieses Buch zählt für mich zu den wichtigsten „Lehrbüchern“ des Projektmanagements, obwohl es kein Lehrbuch ist. Schon im Titel wird die kritische Sicht auf die blinde Anwendung von Standards deutlich. Formular-Zombies werden so beschrieben: „Das Projektteam lässt es zu, dass die Arbeit durch Formulare gesteuert wird statt durch Denkprozesse, die für die Fertigstellung von Produkten erforderlich sind“ (S. 211).

Atlantic Systems Guild (Hrsg.): Adrenalin-Junkies und Formular-Zombies – Typisches Verhalten in Projekten.

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Eine meiner Meinung nach sehr ausgewogene Darstellung verschiedener Standards, der expliziten Fokus auf Agilität legt. Der Detaillierungsgrad ist ausreichend, um sich ein konkretes Bild zu machen und zu entscheiden, wo man tiefer einsteigen will.

Charles G. Cobb: Making Sense of Agile Project Management. Balancing Control and Agility.

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Hier nun die die wichtigsten Standards für die Abwicklung von Projekten, die allgemeine Geltung beanspruchen und die man als Projektmanager kennen sollte:

ISO 21500 – Die internationale Norm für Projektmanagement

Diese Norm wurde von Vertretern aller relevanten Standards gemeinsam erarbeitet. Projektmanagement wird durch 39 Prozesse definiert. Die Norm kann bei den einschlägigen Fachverlagen bezogen werden, ist allerdings unverhältnismäßig teuer.

Ich empfehle daher ein Buch, in dem die wesentlichen Informationen enthalten und die Norm auch erläutert und kommentiert wird.

Norbert Daehne: Projektmanagement. Leitlinien nach ISO 21500: klassisch – agil – digital.

Project Management Institute (PMI)

Der weltweit führende Standard. Die offizielle Quelle dafür ist der PMBOK (Project Management Body of Knowledge). Projektmanagement wird durch 49 Prozesse (Stand der 6. Auflage) definiert.

Mitglieder von PMI können den PMBOK digital kostenlos in zahlreichen Sprachen erhalten. Wer diesen lieber in Papierform hat, findet ihn auch bei Amazon.

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Nachfolgend das führende Lehrbuch zum PMI-Standard. Leichter lesbar als der PMBOK. Nicht nur zur Vorbereitung auf die Zertifizierungsprüfung zum PMP geeignet, sondern auch als Lehrbuch des klassischen Projektmanagements empfehlenswert.

Rita Mulcahy: PMP® Exam Prep.

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Eine Sammlung von Templates zu jeder Projektphase, abgestimmt auf den Standard von PMI. Die Muster sind als Anregung hilfreich. Allein die hohe Zahl an Formularen macht allerdings deutlich, dass eine strikte Selektion nach tatsächlicher Relevanz in jedem Projekt unbedingt notwendig ist.

Cynthia Snyder Dionisio: A Project Manager’s Book of Forms: A Companion to the PMBOK Guide.

International Project Management Association (IPMA)

Der im DACH-Raum führende Standard. Projektmanagement wird durch die erforderlichen Qualifikationen eines Projektmanagers definiert, es ist nach Eigencharakteristik ein „Kompetenzmodell“, daher auch der Name ICB (IPMA Competence Baseline). Die Kompetenzen werden in 3 Gruppen unterteilt: Perspective (Kontext-Kompetenzelemente), Practice (technische Kompetenzen), People (persönliche und soziale Kompetenzen). Diese Kategorisierung wurde auch in die ISO 21500 übernommen.

Die ICB gibt es in unterschiedlichen Ausprägungen, zum Beispiel für Portfolio-, Programm- und Projektmanagement. Diese Standards in deutscher Sprache können bei der GPM (Gesellschaft für Projektmanagement) kostenlos heruntergeladen werden.

PRINCE2

Der Name steht für „Projects in Controlled Environments”. Es ist ein Standard, der in Großbritannien einen besonderen Stellenwert hat, weil er mit dem Cabinet Office gemeinsam entwickelt wurde. Das ist eine Behörde der britischen Regierung zur Etablierung von Best Practices in der Verwaltung. PRINCE2 ist wie PMI prozessorientiert, beinhaltet allerdings deutlich weniger Prozesse, nämlich nur 7. Dazu kommen 7 Grundprinzipien und 7 Themen.

Der Anpassung an die konkrete Projektumgebung sind 6 gesonderte Kapitel gewidmet. PRINCE2 ist produktorientiert, jeder Prozess orientiert sich an den Ergebnissen, die er liefern muss.

Die Produktorientierung sorgt dafür, dass die spezifischen Merkmale eines Projektes stärker beachtet werden als bei prozessorientierten Modellen. Die Prozesse in diesem Modell sind generisch, lassen damit viel Freiraum für eine situationsgerechte Implementierung. Trotzdem hat sich PRINCE2 nur in wenigen Regionen durchgesetzt. Für die mangelnde Verbreitung könnte die starke Nähe zur britischen Regierung sowie die verwirrende institutionelle Struktur verantwortlich sein. PRINCE2 gehört einem Joint Venture des Cabinet Office mit dem Privatunternehmen CAPITA, das sich Axelos nennt. Erstaunlich ist allerdings, dass Axelos auch für ITIL verantwortlich ist. Im Gegensatz zu PRINCE2 hat sich ITIL weltweit als Standard für IT-Serviceprozesse durchgesetzt. Die Chancen, dass PRINCE2 doch noch ähnlich erfolgreich wird wie ITIL, stehen mit dem Brexit allerdings schlechter denn je.

Ich empfehle, PRINCE2 unbedingt zu studieren, allerdings ohne die Erwartung, diesen Standard offiziell in Projekten anwenden zu können.

Das offizielle Dokument zu PRINCE2 gibt es bei Axelos hier.

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Eine sehr gute Einführung gibt es in der Reihe „… für Dummies“ sowie einen Pocket-Guide als lizenziertes Produkt bei Van Haren Publishing:

Nick Graham: PRINCE2 for Dummies.

Bert Hedeman, Ron Seegers: PRINCE2™. A Pocket Guide (Best Practices).

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Die Synthese von PRINCE2 und dem agilen Vorgehensmodell des Agile Business Consortium (früher DSDM) gibt es in diesem Buch, das ich daher als Pflichtlektüre für alle empfehle, die IT-Projekte agil abwickeln wollen. Auch wenn PRINCE2 und DSDM nur selten als offizieller Standard durchgesetzt werden können, es lohnt sich:

Keith Richards, Office of Government Commerce (OGC): Agile Project Management: Running Prince2 Projects with DSDM Atern.

SAFe (Scaled Agile Framework)

Es gibt eine Reihe von Standards für die Abwicklung agiler IT-Projekte von PMI, IPMA und dem Agile Business Consortium (vormals DSDM). Scrum, Kanban und Extreme Programming erheben nicht den Anspruch, die Aufgaben des Projektmanagements vollständig abzudecken, sondern bieten methodische Anleitungen für die Abwicklung der Produktionsprozesse in Projekten, Kanban kann auch in Linienorganisationen eingesetzt werden.

Scrum ist die gängigste und jedenfalls bekannteste Methode, um Software agil zu entwickeln.

SAFe zeichnet sich dadurch aus, dass es die Projektabwicklung vom Projektportfolio-Management über das Programm- bis hin zum Projekt- und Teammanagement in einem Standard zusammenfasst. In der Detailarbeit wird vor allem auf Scrum und XP (Extreme Programming) verwiesen. SAFe steht zwar in Konkurrenz mit anderen agilen Frameworks (zum Beispiel LESS: Large Scale Scrum), wird sich aber meiner Einschätzung nach als dominierender Standard durchsetzen. Mittlerweile gibt es schon SAFe 5.0 mit einigen wichtigen Änderungen.

Richard Knaster, Dean Leffingwell: SAFe 5.0 Distilled – Achieving Business Agility With the Scaled Agile Framework.

Eine sehr gute deutschsprachige Einführung in SAFe (aktuell allerdings basierend auf SAFe 4.5) mit einem Geleitwort von Dean Leffingwell bietet das folgende Buch:

Christoph Mathis: SAFe – Das Scaled Agile Framework: Lean und Agile in großen Unternehmen skalieren.

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PMI bietet unter dem Titel „Disciplined Agile“ (DA) ein Modell an, mit dem man agile Projektmanagement-Prozesse an die spezifische Situation eines Projektes anpassen kann. Im Gegensatz zu normativen Modellen wie SAFe oder Scrum ist DA ein Werkzeugkasten. Von der jeweiligen Ist-Situation ausgehend wird der beste Weg zu einer agilen Arbeitsweise („Way of Working“ – kurz WoW) in Projekten gesucht. Konformität zu SAFe ist ein mögliches Ergebnis dieses Prozesses, nicht jedoch eine Vorgabe und auch nicht der Endpunkt der Entwicklung, da es um einen kontinuierlichen Verbesserungsprozess geht. Meiner Meinung nach der beste Zugang zu diesem Thema, in Europa allerdings noch wenig bekannt. Hier eine kompakte Zusammenfassung:

Scott W Ambler, Mark Lines: An Executive‘s Guide to Disciplined Agile: Winning the Race to Business Agility. 

2. Je detaillierter die Planung, umso sicherer der Projekterfolg

Hier die in diesem Kapitel zitierten und diskutierten Bücher:

Rita Mulcahy: PMP® Exam Prep.

PMI: Agile Practice Guide (English Edition).

IEEE: Software Engineering Body of Knowledge (SWEBOK V3).

Dean Leffingwell: SAFe 4.5 Reference Guide: Scaled Agile Framework for Lean Enterprises. 

Scott W Ambler, Mark Lines: An Executive‘s Guide to Disciplined Agile: Winning the Race to Business Agility.

3. Zuerst die Geschäftsprozesse optimieren, dann erst die Anforderungen an die IT definieren

Dieser Leitfaden ist die umfassende Darstellung des Themas durch eine internationale Standardisierungsorganisation. Schon in der Namensgebung ist der Anspruch erkennbar, ähnlich dem PMBOK oder dem SWEBOK (siehe Kapitel 1) einen Standard zu definieren, der Allgemeingültigkeit beansprucht. Dadurch bleiben allerdings pointierte Empfehlungen auf der Strecke.

EABPM (Hrsg.): BPM CBOK – Leitfaden: Business Process Management BPM. Common Body of Knowledge. Version 3.0.

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Zum Unterschied vom BPM CBOK gibt dieses Buch klare Empfehlungen, wie vorzugehen ist. Ich kenne keinen anderen Autor, der so pointierte Regeln nennt, wie man Geschäftsprozesse optimiert. Der Einsatz von Technologie ist eine von 12 Best Practices, allerdings betont der Autor immer wieder, dass alle Ansätze in einer Gesamtheit zu sehen sind. Wenn man das ernst nimmt, kann die Übung gelingen.

James Harrington: Streamlined Process Improvement.

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Das Thema Geschäftsprozessoptimierung kommt in diesem an sich großartigen Buch erstaunlicherweise nicht explizit vor. Wenn von Prozessen die Rede ist, dann sind die Software-Entwicklungs-Prozesse gemeint. In der „Portfolio Vision“ und dem „Architectural Runway“ sind Vorstellungen zum Geschäftsmodell und zu den Geschäftsprozessen sicher enthalten, sie sind der Ursprung der „Investment Themes“. Über den Product Owner fließen die daraus resultierenden Anforderungen in die Erarbeitung der User Stories ein. Es bleibt aber immer bei dieser impliziten, etwas unklaren Berücksichtigung des Themas. Das ist eine generelle Schwäche agiler Methoden, deren Urheber durchwegs Software-Entwickler sind.

Dean Leffingwell: Agile Software Requirements: Lean Requirements Practices for Teams, Programs, and the Enterprise. 

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Diese beiden Leitfiguren des Lean-Ansatzes in der Software-Entwicklung beschreiben eine Art der Zusammenarbeit von Business und IT, die meinem Ideal entspricht. Sie lösen die Herausforderung, das Big Picture der Geschäftsprozesse bei der Anforderungsdefinition zu berücksichtigen durch die Forderung, dass jeder Entwickler über den eigentlichen Zweck der Software informiert werden muss, die er entwickelt. Generell sind alle Bücher der Poppendiecks sehr empfehlenswert, dieses eignet sich besonders gut als Einstieg in ihre Denkwelt.

Mary Poppendieck, Tom Poppendieck: The Lean Mindset. Ask the Right Questions. 

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Der Klassiker zu allen Themen der Kommunikation und Kooperation, immer noch lesenswert.

Paul Watzlawick, John H. Weakland, Richard Fisch: Lösungen. Zur Theorie und Praxis menschlichen Wandels. 

4. Eine detaillierte Anforderungsdefinition erlaubt eine zuverlässige Aufwandsschätzung

Eine, wie der Name sagt, kompakte Darstellung der verschiedenen Methoden. In den Praxistipps wird auch auf die Kommunikation von Aufwandsschätzungen und Verhandlungsstrategien eingegangen.

Oliver Hummel: Aufwandsschätzungen in der Software- und Systementwicklung kompakt. 

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Dieses Buch beinhaltet nicht nur Wegweisendes zum Qualitätsmanagement, sondern auch zur Aufwandsschätzung. Gerade weil es an der praktischen Umsetzung allerorten hapert, soll uns das nicht daran hindern, dieses Buch zu lesen und ernst zu nehmen.

Tom DeMarco: Was man nicht messen kann, … kann man nicht kontrollieren. 

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In diesem Buch geht es um die Planungs- und Budgetierungsprozesse von Unternehmen. Die Vorschläge des Autors, die Probleme des klassischen Budgetierungsprozesses zum Nutzen des Unternehmenserfolges zu ändern, können allerdings auch im IT-Projektmanagement anwendet werden. Letztlich sind agile Vorgehensmodelle und der Ansatz des „Beyond Budgeting“ eng verwandt, nur in verschiedenen Bereichen entstanden. Diese gemeinsam zu betrachten, erachte ich als sehr wertvoll. Das erfordert die Bereitschaft, Wissenstransfer zwischen scheinbar weit voneinander entfernten Bereichen zu betreiben und zu akzeptieren.

Steve Morlidge: The Little Book of Beyond Budgeting. A New Operating System for Organisations: What it is and Why it Works.

5. Qualitätsmanagement steigert die Qualität

Quellen und ergänzende Literatur

Meiner Meinung nach eines der wichtigsten Bücher zu diesem Thema, weil aus der Praxis des wohl führenden Softwareherstellers berichtet wird. Google bietet ja viel mehr als eine Suchmaschine: Chrome, Maps, Earth, Streetview, Gmail, Documents, Translate, Drive, Android nutzen viele von uns regelmäßig. Viele Tools für Entwickler, die wir als Anwender nie zu sehen bekommen, stammen ebenfalls von Google.

Mit Google Home und Google Driverless Car (Waymo) entstehen mächtige Systeme für die nächste Zukunft. Und ehrlich: Wem sind bei diesen Softwarepaketen schon echte Mängel aufgefallen? Offenbar hat man bei Google die Qualität gut im Griff.

James A. Whittaker, Jason Arbon, Jeff Carollo: How Google Tests Software. 

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Das umfassendste Buch, das sich speziell mit allen Aspekten der Qualität in IT-Projekten sehr detailliert auseinandersetzt. Insofern Pflichtlektüre für jeden Qualitätsmanager.

Tom DeMarco: Was man nicht messen kann, … kann man nicht kontrollieren. 

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Ein Buch des Urhebers der Null-Fehler-Strategie in deutscher Übersetzung. Am Ende eine kompakte Zusammenfassung der Gedankenwelt von Philip B. Crosby.

Philip B. Crosby: Qualität 2000 – kundennah, teamorientiert, umfassend. 

Aktuelle Zusammenfassung der Null-Fehler-Strategie in allen Details. Nicht speziell auf Software ausgerichtet.

Johann Wappis, Berndt Jung: Null-Fehler-Management: Umsetzung von Six Sigma. 

6. Risikomanagement senkt das Risiko

Quellen und ergänzende Literatur

Ein Buch, das sich dem Thema Risiken und Chancen auf einer Management-Perspektive nähert. Für mich eines der wichtigsten Bücher zu diesem Thema, auch wenn ich den Autoren in den Detailempfehlungen zur Umsetzung nicht immer zustimme. Vielleicht habe ich damit unrecht.

Tom DeMarco/Timothy Lister: Bärentango. Mit Risikomanagement Projekte zum Erfolg führen. 

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Dieses Buch gehört zum engsten Kreis der für mich wegweisenden und Augen öffnenden Bücher zu diesem Thema. Die Projekte, mit denen sich die Autoren beschäftigen, sind ganz anders als die, mit denen ich meine Praxiserfahrung gesammelt habe. Die Folgerungen, die sie aus ihren Erfahrungen ziehen, treffen aber auch die entscheidenden Punkte von großen IT-Projekten.

Asbjørn Rolstadås, Per Willy Hetland, George Farage Jergeas, Richard E. Westney: Risk Navigation Strategies for Major Capital Projects: Beyond the Myth of Predictability. 

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Das ist ein umfassendes Lehr- und Handbuch, in dem ein Framework für das Risiko- und Chancenmanagement in IT-Projekten bereitgestellt wird. Die Forderung, ein „aktives Risikomanagement“ zu betreiben, kann ich teilen. In den Details gelten aber auch hier die Einwände, die ich bereits zum „Bärentango“ geäußert habe.

Ernest Wallmüller: Risiko- und Chancenmanagement für IT- und Software-Projekte. Ein Leitfaden für die Umsetzung in der Praxis. 

7. Mit Projektcontrolling hat man alles im Griff

Quellen und ergänzende Literatur

Ein umfassendes Grundlagenwerk zu diesem Thema, das speziell auf IT-Projekte abgestimmt ist und auch die übergeordnete Portfolio-Ebene abdeckt. Die Methodik bildet das Paradigma des klassischen Projektmanagements ab. Bei Nutzung agiler Vorgehensmodelle ist das Projektcontrolling grundlegend anders zu gestalten, es ist integrierter Teil der Projektabwicklung. Das Controlling auf Portfolioebene kann allerdings auch dafür so praktiziert werden, wie es der Autor empfiehlt. Einen „Clash of Cultures“, wie in meinem ersten Fallbeispiel beschrieben, sollte man allerdings strikt vermeiden.

Martin Kütz: Projektcontrolling in der IT: Steuerung von Projekten und Projektportfolios. 

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Projektcontrolling wird in den internationalen Standards nicht explizit behandelt. In diesem Buch gibt es eine sehr ausführliche und gute Darstellung dessen, was Projektcontrolling im Kontext des generellen Projektmanagements leisten soll und kann.

Gerold Patzak, Günter Rattay: Projektmanagement. Leitfaden zum Management von Projekten, Projektportfolios, Programmen und projektorientierten Unternehmen. 

Korrekturhinweis: In der 7. Auflage dieses Buches haben sich Seiten verschoben. Die Zitate im Text müssen daher auf die Seiten 395 und 399 verweisen. Bitte um Nachsicht.

8. IT-Projekte sind primär Organisationsprojekte

Quellen und ergänzende Literatur

Eine umfassende Darstellung des Konzeptes der sozio-technischen Systeme mit einem Vorwort von Eric Trist, dem langjährigen Direktor des Tavistock Institutes. Auch wenn das Buch schon 1976 veröffentlicht wurde – es ist antiquarisch noch erhältlich – ist es eine wahre Fundgrube von Erkenntnissen, wie Organisationen gestaltet werden sollten, damit sie gut funktionieren.

Gerald I. Susman: Autonomy at Work. 

Ein aktuelles Standardwerk zum Architekturmanagement. Im Abschnitt 2.5.1 „Geschäftsarchitektur“ wird die notwendige Verschränkung von Organisation und IT beschrieben. Insgesamt bietet dieses Buch eine umfassende Einführung in diese Thematik auf akademischem Niveau.

Inge Hanschke: Enterprise Architecture Management – einfach und effektiv: Ein praktischer Leitfaden für die Einführung von EAM. 

Eine umfassende Darstellung der Einbettung der IT in die Gesamtorganisation mit einer Reihe von Praxisbeispielen gibt dieses Buch.

Wolfgang Keller: IT-Unternehmensarchitektur: Von der Geschäftsstrategie zur optimalen IT-Unterstützung.

9. Der Projekterfolg steht und fällt mit der Qualifikation des Projektmanagers

Quellen und ergänzende Literatur

Hier die im Text genannten Quellen:

PMI: Project Manager Competency Development Framework.

Peter F. Drucker: Die ideale Führungskraft. 

Daniel G. Bowers, Stanley E. Seashore: Predicting organizational effectiveness with a four-factor theory of leadership.

Elena Lytkina Botelho, Kim Rosenkoetter Powell, Stephen Kincaid, Dina Wang: What Sets Successful CEOs Apart. 

Jim Johnson: Decision Latency Theory: It Is All About the Interval. 

10. Die IT ist ein Dienstleister

Quellen und ergänzende Literatur

Dieses Buch beschreibt die wohl beste Methodik zur Entwicklung und Darstellung von Geschäftsmodellen. Kern des Modells ist der sogenannte „Business Model Canvas“, eine standardisierte Struktur zur Darstellung von Geschäftsmodellen.

Ergänzend zu diesem Buch gibt es noch als Vertiefung von den gleichen Autoren die Bücher „Value Proposition Design“ und ganz neu „The Invincible Company“. In dieser Methodik ist der Einsatz von IT ein Element, das nicht im Vordergrund steht, jedoch alle Bereiche beeinflusst und vieles erst ermöglicht.

Alexander Osterwalder, Yves Pigneur: Business Model Generation: Ein Handbuch für Visionäre, Spielveränderer und Herausforderer.

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Eine Anleitung zur systematischen Entwicklung von Innovationen in Unternehmen unter der Prämisse des offensiven Einsatzes von IT als integrierter Bestandteil des Geschäftsmodells.

Mario Herger: Foresight Mindset. Wie das Silicon Valley die Zukunft designt und Trends und Geschäftsideen frühzeitig erkennt und bestimmt. 

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Eine kompakte und für Leser ohne Informatik-Ausbildung geeignete Darstellung der wesentlichen Inhalte des Phänomens „Digitalisierung“ für verschiedene Branchen und der daraus resultierenden Anforderungen an das Management von Unternehmen.

Ernest Wallmüller: Praxiswissen digitale Transformation. Den Wandel verstehen, Lösungen entwickeln, Wertschöpfung steigern.

11. Das Gold-Plating der Anwender sprengt das Budget

Quellen und ergänzende Literatur

Zwei Klassiker zum Thema Anforderungsmanagement. Gause und Weinberg bestechen auch heute noch mit ihrem interdisziplinären Ansatz. Dean Leffingwell bezieht sich auch in SAFe zu diesem Aufgabenbereich auf sein Buch, das also unverändert aktuell ist.

Donald C. Gause, Gerald M. Weinberg: Exploring Requirements. Quality before Design. 

Dean Leffingwell: Agile Software Requirements: Lean Requirements Practices for Teams, Programs, and the Enterprise. 

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Eine umfassende und perfekte Anleitung zur Umsetzung eines Best Practice Anforderungsmanagements. Sehr konkret und praxisgerecht. Daher große Empfehlung!

Gojko Adzic: Specification by Example. How successful Teams deliver the right software. 

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Das Grundlagenwerk zur Flexibilisierung von Anwendungen durch die Kapselung von Geschäftsregeln in einer Business-Rule-Engine. Ich habe mit so einem Ansatz einige meiner erfolgreichsten Projekte durchgeführt und halte diesen Typ von Architektur für einen krass unterbewerteten Erfolgsfaktor.

Ronald G. Ross: Principles of the Business Rule Approach. 

12. Wasserdichte Verträge schützen vor Mehrkosten

Quellen und weiterführende Materialien

Ein Handbuch für klassische Projektverträge, das nicht nur Software-Projekte, sondern auch Hardware-Lieferungen abdeckt. Anhand von Mustervereinbarungen und Checklisten wird Unterstützung bei der Vertragserarbeitung gegeben.

Ralf Blaha, Martin Schiefer: IT-Projektvertrag: Handbuch für die Vertragsgestaltung und -abwicklung.

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Ein Kompendium für Vertragstypen im Kontext agiler Projektabwicklung. Nicht alle Varianten sind meiner Meinung nach praxistauglich und empfehlenswert. Das Buch bietet aber eine gute Orientierung, was im Rahmen agiler Projekte an Optionen zu berücksichtigen ist.

Fritz-Ulli Pieper, Stefan Roock: Agile Verträge: Vertragsgestaltung bei agiler Entwicklung für Projektverantwortliche.

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Die Darstellung des Konzepts „relationaler“ Verträge als Alternative zu „transaktionalen“ Verträgen anhand einiger Fallbeispiele. Oliver Hart hat für seine Beiträge zur Vertragstheorie im Jahr 2016 den Wirtschafts-Nobel-Preis erhalten.

David Frydlinger, Oliver Hart, Kate Vitasek: A New Approach to Contracts.